Kriminell spannend: Der ARBERLAND ADAC Clubslalom in Teisnach

Elf Hundertstelsekunden trennten am Ende nach zwei selektiven Wertungsläufen über je knapp einen Kilometer die besten drei Piloten der Gesamtwertung. Gebildet hatte sich die Spitzengruppe bereits im ersten Durchgang, an dessen Ende sich die Top-Drei innerhalb von 37 Hundertsteln befanden. Leader Josef Faber hatte da noch genau 3 Zehntel Vorsprung auf seinen nächsten Verfolger Michael Giebel, dem – weitere 7 Hundertstel zurück – Robert Stangl im Nacken saß. Vor dem finalen Ritt durch die 50 Zentimeter hohen rot-weißen Pylonen liegt knisternde Spannung über dem Parcours, der vom Teisnacher Technologiecampus zur Firma Kutero führt. Alle drei Hauptdarsteller sind im Rahmen der letzten Startgruppe auf technisch stark verbesserten Opel Kadett C Coupés in der 2-Liter-Klasse der Gruppe H unterwegs. Josef Faber beginnt. Vor der zweiten Passage der Spurgasse rutscht er ungewollt bis auf den gepflasterten Streckenrand hinaus. Das kostet ihn ein paar Zehntel, raubt Schwung. Trotzdem verbessert er sich um 13 Hundertstel. Aber wird das ausreichen, um die zu erwartenden Schlussattacken von Michael Giebel und Robert Stangl zu überstehen? Die geben nun alles, ziehen ihr hohes Tempo nochmals deutlich an, fliegen fast eine Sekunde schneller als im ersten Run über den Parcours. Mit 43,06 Sekunden gelingt Robert Stangl die beste fehlerfreie Einzellaufzeit unter den 95 Teilnehmern. Mit dieser tollen Fahrt kommt der Pilot des AC Nittenau zwar noch bis auf 1 Hundertstel an Michael Giebel heran, einen Positionswechsel schafft er aber nicht mehr, er bleibt Dritter. Dem MSC Indersdorf gelingt ein Doppelerfolg. Dank seines Polsters aus dem ersten Umlauf sichert sich Josef Faber mit dem Vorsprung von einem Zehntel den Gesamtsieg vor Michael Giebel, der den Wettbewerb als Zweiter beendet. Ein kleiner, wendiger Flitzer sprintet auf Gesamtrang vier. Im NSU TT ist Karl-Heinz Thiel vom AC Nittenau zugleich auch der Gewinner der Klasse H12 bis 1300 Kubikzentimeter. Auf Position fünf der Gesamtergebnisliste taucht der klare Sieger der Gruppe F auf. Das ist der zum MC Metten/Außernzell gehörende Simon Glasschröder im VW Polo 1,4-Liter.

Die Veranstaltung des AMC Regen hatte pünktlich um 8 Uhr begonnen, dank guter Vorarbeit und eines reibungslosen Ablaufs war das sportliche Geschehen auf der Piste, das von zahlreichern Zuschauern interessiert verfolgt wurde, bereits vor 16 Uhr beendet. Den Auftakt machten auf da noch nasser Fahrbahn die 15- bis 18-jährigen Slalomeinsteiger, deren bester Roman Ströher vom MSC Straubing in einem Toyota Yaris war. Auch die nachfolgenden, seriennahen Gruppe G Fahrzeuge benötigten noch den Scheibenwischer. Schnellster war hier Marco Clos vom MSC Vilsbiburg im BMW 318ti. Danach besann sich das Wetter eines Besseren, im Verlauf der Gruppe-F-Autos bis 1400 Kubik begann es aufzutrocknen, zuerst auf der Ideal-Linie, später auf der vollen Streckenbreite.

Über den Mannschaftssieg durfte sich der MSC Indersdorf freuen. Beste Dame war Sonja Staudacher vom MSC Lam, die mit ihrem Skoda Fabia RS die Klasse F11 (über 2-Liter) gewinnen konnte. Bleibt noch die Frage nach den Lokalmatadoren des AMC Regen, die alle in der mit 36 Teilnehmern besetzten 1400er-Klasse der Gruppe F auf VW Polo antraten. Mit Rang acht hielt Matthias Nausch hier mit seinem nicht gerade üppig motorisierten Renner die AMC-Fahnen hoch. Patrik Weber wurde 15., Christian Nausch 18. und Oliver Weber 28.

Am Nachmittag des 7. Oktober waren sich die zum Teil von weit her angereisten Teilnehmer einig. „Uns wurde vom AMC Regen eine absolute Autoslalom-Top-Veranstaltung geboten, für die sich jeder Kilometer Anfahrt voll rentiert hat“ war das meist gehörte Statement im Fahrerlager. Auch bei der Truppe des Veranstalters gab es höchste Zufriedenheit. „Klar, wir haben jede Menge Arbeit in unseren Slalom investiert. Aber die Begeisterung der Aktiven und Zuschauer hat uns dafür voll entschädigt. In Kürze werden wir uns zusammensetzen um über 2019 zu reden“ erklärt Christian Nausch. Zusammen mit dem Organisationsteam freut er sich über die Unterstützung der Nachbarclubs und Hilfsdienste, das Wohlwollen der Anlieger und Firmen sowie das Entgegenkommen der Genehmigungsbehörden. „Wenn alle Faktoren so positiv bleiben wie bisher, dann wird über dem ARBERLAND ADAC Clubslalom 2019 kein Fragezeichen stehen“ ist sich die Vorstandschaft des AMC Regen e.V. im ADAC einig, der übrigens am 27.10.2018 im JOSKA Glasparadies in Bodenmais die Jahressiegerehrung des Auto-Gogeißl-ADAC-Städte-Slalom-Pokals durchführen wird. Wissenswertes dazu und zum ARBERLAND ADAC Clubslalom gibt es unter www.amc-regen.de zu finden.

Uli Kohl, 10.10.2018

Bilder, Winfried Gerstner

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